Balthasar

Aufenthalt und Mehrzweck
RSS icon Email icon Home icon
  • Donnerstag, 26.01.2012 THOMAS GREIF: »Die deutscheste aller Landschaften« … Franken und der Nationalsozialismus

    Geschrieben am 23. Januar 2012 tilman Keine Kommentare

    Hitlers bekanntes Wort von der »deutschesten aller Landschaften« ist Ausgangspunkt für eine landeshistorische Betrachtung Frankens in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Vortrag skizziert in zwei Schwerpunkten die herausragende Bedeutung Frankens für den Aufstieg der NSDAP in der Weimarer Republik und erläutert ausführlich die ideologische Wertschätzung, die Franken im Weltbild von Hitler, Streicher & Co. besaß. Die Zuhörer_innen begegnen braunen Protagonist_innen aus Franken, die es zu internationaler oder wenigstens regionaler Berühmtheit gebracht haben, und lernen die zentralen Stätten und Ereignisse des Geschehens kennen – vom Reichsparteitag in Nürnberg bis zum reichsweit ersten »Denkmal der Bewegung« in Gunzenhausen.

    Dr. phil. Thomas Greif, Jahrgang 1968, ist Redakteur beim Evangelischen Sonntagsblatt (Nürnberg) und forscht zu Themen der regionalen Zeitgeschichte, u. a. »SS-Standort Waischenfeld – Ahnenerbe und Hilfswerklager« (2000), »Forchheimer Stadtgeschichte in der Weimarer Zeit und im Nationalsozialismus« (2004), »Aufstieg der NSDAP im Bezirk Forchheim« (2006).

  • Donnerstag, 19.01.2012 Karl Pfeifer: Ungarn auf dem Weg zur Autokratie?

    Geschrieben am 19. Januar 2012 tilman Keine Kommentare

    Seit mehr als einem Jahr regiert in Ungarn eine Koalition aus dem nationalistischen und zum Teil völkischen »Ungarischen Bürgerbund« (Fidesz) und der klerikalen »Christlich-Demokratischen Volkspartei« (KDNP). Diese Koalition, die über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament verfügt, hat im April 2011 die Verfassung geändert. In den Medien wird nicht nur über das neue skandalöse Medienrecht berichtet, sondern auch über die national-sozialistische »Bewegung für ein (besseres) rechteres Ungarn« (Jobbik) und das Unwesen, das die mit ihr verbundenen paramilitärischen Garden treiben, die von der Regierung geduldet werden. Wie konnte es soweit kommen? Was ändert sich in Ungarn? Wie gelangt Antisemitismus und Antiziganismus in regierungsnahe Medien? Und: Welche Kräfte leisten Widerstand?
    Karl Pfeifer (83) lebt als Journalist und Autor in Wien, seine Beiträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek, der Jungle World und der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung.

    Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)
    Beginn: 20:00
    Eintritt: frei

  • Fällt aus: 13.01 GÜNTHER FRIESINGER Stadtguerilla

    Geschrieben am 13. Januar 2012 tilman Keine Kommentare

    Der Referent ist erkrankt. Wir probieren es nächstes noch einmal.

  • Nutzer*innenplenum am Sonntag, 15.01.

    Geschrieben am 9. Januar 2012 tilman Keine Kommentare

    Ab 19 Uhr tagt – wie über die üblichen Kanäle schon bekanntgegeben – das Nutzer*innenplenum im Balthasar. Kommt längs.

  • 12.01 PETER WALDMANN Die jüdischen Wurzeln des Punk & 13.01 GÜNTHER FRIESINGER Stadtguerilla

    Geschrieben am 9. Januar 2012 tilman Keine Kommentare

    Donnerstag, 12.01.2011

    PETER WALDMANN: Blank Generation. Oder: Die jüdischen Wurzeln des Punk

    (Info s. unten)

    Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)

    Beginn: 20:00

    Eintritt: frei

    (war schon mal fürs letzte Sommersemester angesetzt, ist aber leider ausgefallen)

    Und

    Freitag, 13.01.2012

    GÜNTHER FRIESINGER (monochrom):

    Stadtguerilla. Taktisches Handeln in der Stadt der Zukunft

    (Info s. unten)

    Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1 (zwischen Schranne und Kaulberg)

    Beginn: 20:00

    Eintritt: frei

    INFO: PETER WALDMANN: Blank Generation. Oder: Die jüdischen Wurzeln des Punk

    Ein literarisches Bild, das uns in den Tagebüchern von Franz Kafka überliefert wurde, gibt eine präzise Beschreibung, wie man/frau sich jüdische Identität in der Moderne vorzustellen hat. Kafka zeigt den assimilierten Juden seiner Generation als kleines, unscheinbares Tier, das sich gerade im Absprung befindet. Seine Hinterbeine kleben noch an den Ursprüngen, während seine Vorderbeinchen ihr Ziel, den festen Boden, auf dem es sich ausruhen lässt, noch nicht gefunden haben. Dieses Bild, das an eine Momentaufnahme erinnert, beschreibt äußerst genau, in welcher Situation sich Jüd_innen im 20. Jahrhundert befunden haben. Durch Assimilation und Aufklärung wurden sie von ihren religiösen Ursprüngen entfremdet. Ihre Füße stehen kaum noch auf dem Boden der religiösen Traditionen, die so lange bestimmend waren. Doch ein neues Fundament ist ebenso wenig in Sicht. Dieses Bild wird ein wichtiger Bestandteil im Denken von Deleuze und Guattari. Sie sprechen von einer Existenzform des Tier-Werdens, die das Leben und Handeln von Minderheiten auszeichnet. Minderheiten sind für sie stets in Bewegung, in der sie sich die Freiheit von den Fesseln der Mehrheitsgesellschaft erkämpfen.

    Diese Tradition jüdischer Identität meint wohl Steven Lee Beeber, wenn er in der Einleitung zu seinem Buch »The Heebie-Jeebies at CBGB‘S« sagt: »Punk is Jewish. Not Judaic«. Dies führt zu der These, dass Punk eine subkulturelle Strategie des Widerstands ist, die sich aus der jüdischen Herkunft seiner maßgeblichen Protagonist_innen erklären lässt. Der Vortrag möchte sie erklären und verifizieren.

    Dr. Peter Waldmann ist Kulturwissenschaftler, Komparatist, Philosoph, Privatdozent und Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland Pfalz.

    INFO: GÜNTHER FRIESINGER (monochrom):

    Stadtguerilla. Taktisches Handeln in der Stadt der Zukunft

    Die Stadtguerilla operiert im städtischen Milieu und greift dabei auf Strategien und Methoden der klassischen Guerilla zurück. Waren es zu Beginn der 1970er militante Gruppen der so genannten Spontiszene, veränderte sich der Begriff in den letzten Jahren. Heute steht er für ein Ensemble aus Politikformen, die »Guerilla Gardening«, »Urban Hacking« oder »Culture Jamming« umfassen. Doch wie sieht die Zukunft der Stadtguerilla aus? Häufig wird davon ausgegangen, dass sich die Stadt von morgen zu einer utopischen Stadtwelt für den Meta-Menschen entwickeln wird. Doch ist diese Vorstellung erstrebenswert? Und welche Strategien werden Stadtguerillas in Zukunft entwickeln, um einem derart reglementierten Leben zu entgehen?

    Günther Friesinger ist Philosoph, Künstler, Kurator, Produzent und Edu-Hacker. Gründer und Leiter des „paraflows“-Festivals, Chairman des QDK Wien, Geschäftsführer der Kunstgruppe monochrom. Aktuelle Publikationen: »Urban Hacking: Cultural Jamming Strategies in the Risky Spaces of Modernity« (2010), »ZukunftsWebBuch 2010: Chancen und Risiken des Web 3.0« (2010), »Geistiges Eigentum und Originalität: Zur Politik der Wissens- und Kulturproduktion« (2011).